Es nimmt Form an – Das letzte ÜT-Vorbereitungstreffen auf dem Allenspacher Hof vom 14.-16. Juli 2017

Ich steige mit meinem riesigen Rucksack aus der U-Bahn aus und kämpfe mich damit durch die Menschenmassen am Hauptbahnhof, in meinem Kopf klingen dabei schon die Lieder, die ich am Wochenende endlich wieder hören werde. Ich bin auf dem Weg zu den Fernzuggleisen. Alex und ich waren uns schnell einig. Wir reisen entspannt zum ÜT-Vorbereitungstreffen an, indem wir mit dem Zug nach Spaichingen fahren und dann den schönen Weg gehen, von dem wir hoffen, dass ihn auch Ende September viele zu Fuß bewältigen, um zum ÜT anzureisen. In meinem Rucksack stoßen die zwei Bierflaschen aneinander, die ich für das Vesper eingepackt habe, das wir oben auf dem Dreifaltigkeitsberg mit herrlichem Ausblick genießen wollen.

Schon sehe ich Schasdela am Bahnsteig stehen. Sie hat – mein Glück – nicht nur die verräterische Klufthose an, die ein erster Hinweis auf einen bündischen Hintergrund ist, sondern trägt auch schon ihr Tuch, das sie untrüglich als Pfadfinderin zu erkennen gibt. Ich hatte zuvor etwas Angst, dass ich sie nicht mehr erkennen würde, weil ich sie erst beim vorletzten Treffen auf Martinfeld kennengelernt und dort mit ihr an einem Abend geredet habe. Das lag jedoch schon ewig zurück. Beim letzten Treffen konnte ich leider nicht anwesend sein, weil ich im Prüfungsstress steckte, doch jetzt sind die Ferien in Sicht und ich entspannt. So entspannt kann ich auch gleich mit ihr palavern, sodass sich auch meine zweite Angst – ja, ich bin ein ängstlicher Mensch –  nicht bestätigt, dass wir uns nichts zu sagen hätten bis Alex, der neben dem ÜT unsere eigentliche Verbindung war, zusteigen sollte. Zwischen Bündischen gibt es einfach immer sofort mehr Berührungspunkte als zu der Mehrheit der Menschen aus der ‚normalen‘ Welt. Irgendwann steigt Alex dann aber natürlich doch zu und ich bin froh, ihn einmal außerhalb des Seminars für Lehrerbildung zu sehen. Auch er ist so entspannt wie seit Wochen nicht mehr, obwohl klar ist, dass wir nach diesem Wochenende wieder mehr Arbeit haben werden, weil in den Besprechungen der Arbeitskreise aufgedeckt werden wird, was noch alles zu erledigen ist bis zum Herbst.

Doch daran denken wir noch nicht, sondern wir verbringen eine kurzweilige Fahrt und steigen schließlich fröhlich in Spaichingen aus. Dort treffen wir auf weitere Gleichgesinnte, die sich jedoch mit dem Auto am Bahnhof abholen lassen, weil sie viel Gepäck für ihre anschließende Fahrt dabei haben. So wandern wir alleine den Berg hoch und merken dabei, dass wir nicht nur viel zu lange nicht auf Fahrt waren, sondern uns viel zu wenig bewegt haben, weil uns der Berg wirklich mehr außer Puste bringt als er sollte. In Norwegen und Russland sah das vor einigen Jahren noch anders aus. Doch bald sind wir oben und genießen wie geplant das Vesper, wobei Bewegung – und vielleicht auch Bier – unsere Stimmung nochmals heben. Die letzten paar Kilometer zum Hof sind dann nach dieser Stärkung nur noch ein Klacks.

Als wir schließlich vom Schäfertal kommend den Hof schon sehen, hören wir auch die ersten Stimmen. Es ist schon so dunkel, dass wir nahe an die Anwesenden herantreten müssen, um sie zu erkennen, doch selbst dann erkenne ich viele Gesichter nicht. Es sind Bündische aus ganz Deutschland gekommen und im Laufe des Wochenendes werden wir fast 100 Menschen. Nachdem die Freunde begrüßt sind und eine kurze Sitzung im Verein abgehalten ist, beginnt zu später Stunde dann aber doch noch im Rittersaal eine traditionelle, krachende Singerunde a la Zugvogel und die Zeit verfliegt, bis ich mich einen Platz zum Schlafen suche, der strategisch nicht allzu klug gewählt ist, weil ich am nächsten Morgen schnell gefunden und geweckt werde und das nicht, um beim Abladen der ca. 1000 Kohtenstangen zu helfen, die an diesem Wochenende geliefert werden. Es steht vielmehr schon die erste lange Sitzung im Plenum an, in der alle auf den neuesten Stand gebracht werden. Danach werden in den Arbeitskreisen Nägel mit Köpfen gemacht und diese zum Rauchen aufgrund der verbleibenden Probleme gebracht.

Letztendlich gehe ich wie erwartet von der fantastischen Stimmung beseelt mit einigen Aufgaben nach Hause, doch zunächst werde ich schlafen müssen, weil neben der Arbeit auch viel gesungen und vor allem wenig geschlafen wird. Doch so sind diese Wochenenden: Intensiv in jeder Hinsicht, denn nach der Arbeit muss auch mit diesen vortrefflichen Menschen gefeiert werden. Und so wird auch das ÜT werden.

Autor: quak

Es werkelt überall – Baulager und ÜT-Vorbereitung vom 14. – 18. Juni 2017

In diesem Jahr wurde statt dem Bundesfest, das aufgrund des ÜTs in diesem Jahr nicht zum üblichen Termin stattfinden kann, vom 14.-18. Juni ein großes Baulager angesetzt, auf dem außerdem die Vorbereitung unseres Programms auf dem ÜT vorangetrieben werden sollte.


Es kamen zwar nicht so viele Kameraden wie erhofft, aber die zwischen 15 und 20, die anwesend waren, packten so kräftig an, dass es schien, es seien noch deutlich mehr da. Wir haben also einiges geschafft.

Es wurden nicht nur die umliegenden Wiesen gemäht (und dabei unseren Autos zeitweilig ein neues Muster gegeben), sondern  im Rahmen der Brandschutzverordnung einige Maßnahmen durchgeführt, um die Vorschriften einzuhalten. So haben wir am ersten Tag das Styropor von der Decke des Rittersaals gekratzt, am zweiten Tag wurde dann ein Fenster des Rittersaals aus der Wand gehauen und das Loch vergrößert, damit eine Tür als Notausgang geschaffen werden konnte.

Da schütze bereits diese Tür besorgt hatte, konnte auch gleich am dritten Tag diese mit Hilfe von einigem Beton eingesetzt. Stripper ging seiner Profession nach und befestigte die letzten Leuchten, die für eine Evakuierung notwendig sind. Währenddessen unterzogen die übrigen Kameraden den Hof einer Grundreinigung, sodass er nun wieder strahlt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Dabei wurde der Speicher komplett ausgeräumt und geputzt und auch der Rittersaal und das Sibirienzimmer erstrahlen nun in nie dagewesenem Glanz.

Währenddessen lief auch die Vorbereitung des Programms für das ÜT auf Hochtouren. Elch und günne planten die Ausstellung zur Hofgestaltung, jarly machte sich Gedanken zum geplanten ökumenischen Gottesdienst und voke und cheche planten während des ganzen Aufenthalts unermüdlich die Geocaches, die sie dann bis früh in den Morgen auch auslegten, sodass die Kameraden diese in einer lustigen Aktion gleich ausprobieren konnten.
Dabei kam natürlich auch das leibliche Wohl und der Spass nicht zu kurz, der sich nicht nur während des gemeinsamen Arbeitens einstellte, sondern vor allem beim gesprächigen Zusammensitzen bis spät in die Nacht.

Autor: quak

Horte reloaded

 

Neustart – obwohl es gefühlt erst gestern war, als unser Webauftritt neu gestaltet  wurde sind doch wieder einige Jahre ins Land gezogen und die Homepage wurde inhaltlich nicht so aktualisiert, wie es unser aktives Bundesleben notwendig gemacht hätte.

Die Folge: ein Neustart – in vielerlei Hinsicht. Zum einen wurde das Administratoren Team erweitert, so das nicht nur ein Kamerad die Homepage aktualisiert. Außerdem werden die Admins nicht mehr ausschließlich dafür zuständig sein Berichte zu veröffentlichen, sondern dies werden künftig mehrere Kameraden machen, um so regelmäßig Blogartikel zu veröffentlichen. Denn zu berichten gäbe es genug. Sei es die Planungen zum ÜT2017 , das Ende September rund um unser Bundeszentrum stattfinden wird, unser Bundesfest oder vor zwei Wochen unser Hortelager und diverse Baumaßnahmen am Allenspacher Hof.

Außerdem gibt es eine horteeigene Cloud, in der künftig nicht nur einfach Fahrtenbilder getauscht werden können, sondern auch der Hofbelegungskalender oder die Kontaktdaten der Kameraden sind als Adressbuch verwendbar.

Wer für unsere Nextcloud noch einen Account benötigt, kann sich an cheche[ät]ejhorte.de beziehungsweise tschani[ät]ejhorte.de wenden.

zTb

Das Admin-Team

CheChe & tschani

 

Norge 09 – zwei Wochen im August

Wenn ich in den letzten Tagen des alten Jahres darüber nachdenke, was ich über die Fahrt nach Norwegen für den Rundbrief schreiben kann, stoße ich unweigerlich auf Schwierigkeiten. Wo soll ich mit meiner Erzählung anfangen?

Bei der Einladung von Faschi an alle Kameraden, ihn in seiner neuen Heimat zu besuchen? Bei der ersten Idee, aus dieser Einladung eine Bundesfahrt für jung und alt werden zu lassen, die, weitergesponnen, eine Wander-, eine Wohnmobil- und eine Motorradgruppe entstehen ließ? Beim Vorbereitungstreffen im Weissacher Backhäusle oder bei Joze in Berghausen? Ganz sicher nicht erst, als wir Motorradfahrer uns bei brütender Hitze auf der Raststätte Riedener Wald an der A7 getroffen haben. Überhaupt: von wem oder was erzähle ich, was lasse ich weg? Schreibe ich von der Landschaft, die wir viel zu schnell durchquerten, oder von den Menschen, die wir unterwegs getroffen haben? Ich will versuchen, einen Eindruck von dem zu vermitteln, was diese Norwegen-Fahrt hinterlassen hat, an was ich mich erinnere, wenn ich an diese Tour zurückdenke.

Zum einen ist das eine große Gastfreundschaft, die wir erlebt haben. Angefangen bei Lü, den wir nach der ersten langen Strecke erreicht haben und bei dem auch Jofri spätabends noch vorbeikam. In Südschweden haben wir kurz entschlossen Koschis Bruder überfallen, um für eine Nacht hinter dessen Ferienhaus das Lager aufzuschlagen. Vielen Dank nochmals dafür! Dann die Übernachtung bei Helga Knitter. Unterwegs hat uns die Auswandererin aus Magdeburg angesprochen, über woher und wohin haben wir palavert, bis spät in die Nacht hat uns ihr Schwiegersohn mit Räuberpistolen aus der Zeit der deutsch-deutschen Teilung unterhalten.

Schon nördlich des Polarkreises, als die Fahrt immer ungemütlicher wurde, haben wir eine wunderbare Frau getroffen, die uns für eine Nacht das Clubheim des örtlichen Motorradclubs zur Verfügung gestellt hat. Schließlich war sie die Vorsitzende des 180 Mitglieder umfassenden Vereins. Das muss man sich mal vorstellen! Ein Gebäude doppelt so groß wie der Allenspacher Hof einfach vier wildfremden Jungs zu überlassen, denen man zufällig beim einkaufen über den Weg gelaufen ist! Der Höhepunkt war natürlich das Treffen mit den Kameraden in Harstad. Faschi hatte alles bestens organisiert und von Astrid und Uwe auf der Insel Rolla wurden wir sehr herzlich aufgenommen und versorgt.

Aber was wäre ein Reisebericht, ohne wenigstens zu versuchen, die Landschaft zu beschreiben, die man gesehen hat, die man gespürt und gerochen hat. In Deutschland war es noch heiß, als wir nach wenigen Kilometern wegen einer Panne zur ersten Pause gezwungen wurden und zwei Stunden in praller Sonne warten mussten, bis die Reparatur geglückt war. Von Kopenhagen sind wir über die neue Öresundbrücke nach Malmö gefahren und wurden fast vom Wind hinuntergeweht. Schweden war landschaftlich wie das Bilderbuch, das man sich vorstellt, mit bunten Häuschen und weiten Wäldern, vor allem je weiter man nach Norden fährt. Unter anderem auf Schotterpisten, auf denen uns der Regen und die Kälte einholte. Über die Grenze nach Norwegen hat dann einer umgeschaltet: von weiten Hügeln und Seen auf enge Fjorde mit steilen Ufern und kurvigen Straßen. Es war jetzt wieder sonniger aber immer noch ziemlich frisch. Was uns nicht davon abhielt mit den Kameraden auf Rolla bis spät abends am Feuer zu sitzen, schließlich war es auch um halb zwölf noch hell.

Wieder auf dem Weg nach Süden fuhren wir an langen Fjorden entlang, aber auch über weite karge Hochebenen, wo einem auf 1400m schon mal ein Gletscher begegnet. Einer der landschaftlichen Höhepunkte war Ofredal, ein altes verlassenes Sägewerk mit einigen Holzhäusern, zu denen man nur gelangt über einen unbeleuchteten, 2km langen Tunnel mit konstant 18% Steigung und glitschigem Straßenbelag. Hier verbrachten wir eine Nacht direkt am Wasser des Sognefjords. Und selbst hier, am vermeintlich letzten und schönsten Fleckchen Norwegens tauchen am anderen Morgen zwei Ureinwohner auf, die es überhaupt nicht störte, dass wir uns dort breit gemacht hatten. Undenkbar auf der Schwäbischen Alb!

Zuhause angekommen war die Fahrt noch lange nicht vorbei. Mensch und Maschine mussten wieder auf Vordermann gebracht werden, die Eindrücke, die man auf vielen hundert Bildern einzufangen versuchte wollten sortiert und aufbereitet werden. Für’s Bundesfest und für das Nachtreffen, bei dem an einem nebligen Novemberwochenende die Erinnerungen aufgefrischt wurden. Und neue Pläne wurden natürlich auch geschmiedet. 2011 durchs wilde Kurdistan?