Kinderferienprogramm in Böttingen

Am 24. August war es wieder soweit, dass 20 Kinder auf dem Allenspacher Hof einfielen, um einen Tag an diesem wunderschönen Ort zu verbringen. Sie wurden mit dem Unimog großzügigerweise von der Gemeinde gebracht und abgeholt. Wir, das waren Markus, Alex, Pille, Fenchel und meine Wenigkeit (quak) hatten kurzfristig ein Programm auf die Beine gestellt, was darauf reagierte, dass es den ganzen Tag regnen sollte. Es sollten einige Minispiele stattfinden, bei denen Boote, Papierflieger und Jonglierbälle eingesetzt werden sollten, die es zuerst zu basteln galt. Diese sollten den Kindern verschiedene Eigenschaften abverlangen, die man als Pfadfinder / Jungenschaftler haben muss, denn ein solches Leben nachzuempfinden, war das Thema des Tages, das jedoch aufgrund des vorhergesagten Wetters nicht so konsequent wie zunächst geplant durchgesetzt werden konnte, denn aufgrund dessen hatten wir auch keine Jurte (=Schwarzzelt) aufgebaut. Das Wetter war uns letztendlich doch wieder wohlgesonnen, sodass wir nicht nur das Aufwärmspiel, bei dem Zusammenhalt gefragt war, als so viele Kinder auf so wenigen Stühlen wie möglich stehen sollten, draußen durchführen konnten, sondern wir immerhin vor dem Hof und nicht in der dunklen Scheune basteln konnten.

Geschicklichkeit, Klugheit bei der Planung, aber auch die Gemeinschaft, die sich bei der Zusammenarbeit zeigte – die älteren Kinder sägten und nagelten beim Bootbau – war beim Bauen der Boote gefragt, die im Anschluss teilweise beim Schiffeversenken im Schäferbrunnen als Spielgegenstand dienten. Zwischendrin bekochte uns tremolo wieder hervorragend, sodass wir auch frisch gestärkt zum Schäferbrunnen laufen konnten. Zurück hatte Fenchel schon das Feuer entfacht, was aufgrund des Zeitmangels leider nicht wie geplant die Kinder mit Feuersteinen versuchen konnten, sodass ich darauf noch schnell einen Kaiserschmarrn zubereiten konnte, der mit Nutella einen Nachtisch darstellte, für den es noch in jedem Kindermagen Platz hatte. Weil nun schon wieder der Unimog anrollte, mussten zwei der geplanten Minispiele leider ausfallen, doch ich hoffe, dass trotzdem alle einen schönen Tag erlebt haben, für uns war es das auf jeden Fall; obwohl ich zuvor keine Lust hatte, diesen vorzubereiten, war ich doch mehr als versöhnt, als mich zum Schluss eine Teilnehmerin umarmte und sagte „Tschüss quakquak“.

 Ich danke der Gemeinde und allen Helfern für die Unterstützung.

Autor: quak

Lager bei und Minifahrt mit dem Pfadfinderbund Grauer Reiter

Es fühlt sich unwirklich an. Ich kann ausschlafen. Eigentlich ist zwar noch der letzte Schultag, doch ich habe schon frei. So viel Schlaf werde ich die nächsten Tage nicht mehr bekommen, das ist mir klar, deshalb bleibe ich lange liegen. Heute Abend werde ich auf das Bundeslager unserer Freunde, der Grauen Reiter, fahren. Diese haben uns wie in jedem Jahr eingeladen, dieses Mal nach Tuttlingen, ganz in der Nähe unseres Hofes. Nachdem ich den Mittag vertrödelt habe, packe ich meine Sachen; der Rucksack ist dieses Mal schwer, weil ich für das Gastmahl, bei dem jede Gruppe etwas kocht, von dem man dann in einer Art Büffet etwas nehmen kann, Kochutensilien dabeihabe und alex und ich im Anschluss eine kleine Fahrt mit ungewissem Ziel geplant haben. Außerdem erfordert das Motto des Lagers – „Die 20er-Jahre“ – etwas mehr Garderobe. Ich habe also auch Hemden und Schiebermützen dabei, eine Fliege und Hosenträger werde ich mir gleich noch bei einem Freund borgen. Sobald das erledigt ist, fahre ich mit dem Zug nach Tuttlingen und weil die Bahn – wie man es von ihr gewohnt ist – Verspätung hat, verpasse ich den Anschlusszug und laufe deshalb noch eine Stunde zum Lagerplatz. Mittlerweile ist es dunkel geworden. Ich sehe beim Ankommen erstmal kein bekanntes Gesicht, doch dann taucht moggli auf, der uns später spontan auf die Fahrt begleiten sollte, und schickt mich zu unseren Gastgebern, dem Stamm der Alamannen. Diese essen gerade und ich kann mich gleich dazusetzen, neben unseren Bundesbruder Markus (bbm), der sich freut, dass er nicht mehr der einzige Horter ist. Im Feuerschein erkenne ich langsam, wie viele Bekannte da sind, die mir zuvor entgangen sind. Nicht nur graue Reiter sind dabei, sondern auch unserer Freunde von der Pfadfinderschaft Süddeutschland sind zahlreich erschienen. Mit ihnen haben wir im Vorfeld bereits unsere Aufgabe als Gruppe geplant, die wir beim Rollenspiel haben, das zwei Lagertage füllt: Wir sind das Taxiunternehmen. Doch das war uns nicht genug, sodass wir beschlossen haben, dieses nur als Tarnung für eine Untergrundorganisation zu benutzen, die mit Waffen (=Wasserpistolen) und Drogen (=Kaugummizigaretten) handelt. Wir lassen den Abend gemütlich ausklingen und ich lege mich schließlich schlafen.

Am nächsten Morgen wache ich neben einer unbekannten Frau auf, jeder im eigenen Schlafsack natürlich und ganz züchtig, das muss man dazusagen 😉Nachts müssen noch weitere PSDler angekommen sein, was ich aber im Tiefschlaf nicht mitbekommen habe. Eva war mir bisher, wie auch Jakob, der ebenfalls mit Wooki angereist ist, nicht bekannt, doch wie zumeist mit Bündischen ist man irgendwie ähnlich gestrickt, sodass wir alle am Ende des Wochenendes eine verschworene Gruppe sind, die sogar als Gäste wie die Stämme der Grauen Reiter gleich eine Aufgabe für das nächste Lager zugeteilt bekommen hat.

Nach dem Frühstück beginnt die Vorbereitung für das Rollenspiel. Ich helfe Wooki und Timo, die Fahrzeuge auszuladen und bin hellauf begeistert von der Rikscha, die sie aus einem Einkaufswagen und einem Fahrrad gebaut haben. Wir werfen uns alle in Schale und los geht es mit dem Spiel. Wir transportieren Menschen von der Stadtverwaltung zur Milchbar oder dem Casino und versuchen dabei, manchen vom Kauf einer (Kaugummi-)Zigarette zu überzeugen, ohne die Aufmerksamkeit der Polizei auf uns zu ziehen, die aber sowieso zur Willkür und Korruption neigt, sodass man die Vorsicht schnell fallen lassen kann. Zu Beginn will jeder sein Geld beisammen halten, denn es gilt erst herauszufinden, welche Angebote es alles gibt: einen Barbier, eine Lagerpost, einen Gemischtwarenhandel, der eigentlich das Monopol auf Süßigkeiten hat, und sogar Schuhputzer. In dieser Welt bewegt man sich also nun und versucht Deals mit der Mafia abzuschließen, nimmt an Beerdigungen teil, bei denen im Sarg das Bier für den Abend in die Pinte geschmuggelt wird, oder isst einfach eine wirklich günstige Waffel, die man sogar mit dem Falschgeld bezahlen kann, das die Mafia vor dem eigentlichen Lager mit einigem Aufwand hergestellt und verschickt hat. So vergeht der Tag, der nicht nur für die Pimpfe viel Spaß bringt, und abends putzt man sich nochmals etwas mehr heraus, um in die Pinte zu gehen, in der es nun ab 21 Uhr auch Bier käuflich zu erwerben gibt. Die Grauen Reiter haben keine Kosten und Mühen gescheut und die Band „Oleg und die Popovs“ eingeladen, sodass auch getanzt wird, bevor das Konzert fließend in eine Singerunde übergeht, die bis spät in die Nacht fortbesteht, bevor man müde in den Schlafsack kriecht. Ich halte dabei nur bis ca. 1 Uhr durch, doch die anderen crashen sogar noch die Party beim benachbarten Angelverein und schwingen Erzählungen zufolge zu ganz und gar unbündischen Melodien das Tanzbein.

Am nächsten Tag wird das Spiel – aufgrund der nächtlichen Aktivitäten vielleicht mit etwas weniger Elan – weitergeführt und abends versammelt man sich mit ca. 200 grauen Reitern ums Bundesfeuer, wo einige neue Mitglieder in den Pfadfinderbund aufgenommen werden oder ihr Halstuch verliehen bekommen. Wieder endet der Abend in der Pinte, dieses Mal halte aber auch ich länger durch und erlebe mit unserem Bundesführer Alex, der am zweiten Abend nachgekommen ist, mal wieder den Sonnenaufgang, bevor wenige Stunden später allgemeines Wecken und nach einer kurzen Abschlussrunde der Abbau angesagt ist.

Alex und ich haben in der letzten Nacht beschlossen, dass wir mit bbm nach Ingolstadt fahren und überreden auch moggli, uns spontan zu begleiten. Dies tun wir und genießen dort im Gasthaus die hervorragende bayrische Küche. Am nächsten Morgen machen wir uns dann auf den Weg nach Eichstätt, von wo aus wir den Wanderweg durch das Altmühltal für 3 Tage gehen wollen. In Eichstätt, das wie so viele bayrische Städtchen einfach nur schön ist, stärken wir uns mit einer Leberkässemmel und erledigen die letzten Einkäufe. Der Weg biegt gleich in den Wald ein und führt über Pfade steil nach oben. Wir kommen kräftig ins Schwitzen, doch das vom Wegnamen versprochene Panorama entschädigt uns sogleich. Den ganzen Mittag wandern wir am Hang entlang und legen erst im nächsten Örtchen eine wohlverdiente Pause an der langsam fließenden Altmühl ein, die von einem Radler versüßt wird. Weil moggli mittlerweile das schlechte Gewissen plagt, weil er eigentlich seiner Großmutter versprochen hat, sich in seinem Urlaub um sie zu kümmern, beschließen wir schon hier, doch einen Tag früher abzureisen. Für den Abend suchen wir nun nach einem Lagerplatz, kochen auf dem Feuer ein warmes Essen und verschwinden dann bald in den Schlafsäcken, weil das Defizit vom Lager doch noch spürbar ist und die 30km Tagesetappe doch auch nicht ganz ohne sind. In der Nacht regnet es und auch am Morgen sollte es noch so viel regnen, dass es nicht so schlimm war, dass wir nach weiteren 10km Fußmarsch früher abreisen. Auf der Heimreise kehren wir dann nochmals im Gasthaus ein und genießen das fränkische Krustenschäufele, welches Alex letztendlich bei der Diskussion über das Ziel unserer Fahrt davon überzeugt hat, dass Bayern eine gute Wahl sei. So sind alle zufrieden und wir versprechen uns, bald wieder auf Fahrt zu gehen, die beim nächsten Mal dann auch etwas länger sein soll.

Autor: quak

Überbündisches Treffen 2017 – Lagerimpressionen

Das Überbündische Treffen 2017, das Projekt, an dem wir so lange gearbeitet haben, ist mittlerweile schon seit einem halben Jahr vorbei und endlich findet sich die Zeit, ein paar Impressionen niederzuschreiben.

Man kann nur sagen, dass es ein voller Erfolg gewesen ist. Wir hatten wunderschöne Tage auf der Schwäbischen Alb, an denen wir viel erlebt haben. Es waren mehr als 2000 Menschen aus ganz Deutschland anwesend und es fühlte sich so an, als ob man all diese Menschen schon lange kennen würden, weil einfach zum größten Teil Gleichgesinnte beeinander waren. Und trotzdem war das Lager bunt, nicht nur durch die vielen Menschen, sondern auch durch das Programm, was sie gestalteten. Man konnte Wildkräuter sammeln, an Teeverkostungen teilnehmen, schmieden, neue Lieder lernen, Bier brauen, meditieren, Fotos von Reisen in die ganze Welt bestaunen und und und.

Nach einem vollen Tag kam man abends in den Großzelten zusammen und sang gemeinsam Lieder, die größtenteils von Fernweh und dem bunten Leben erzählen. Oder man tanzte auf Konzerten, ließ sich von Theatervorführungen erheitern oder gar bei einem Galadinner bekochen. Ich kann gar nicht beschreiben, welche tolle Atmosphäre auf unserem Lager herrschte, weshalb ich nur darauf verweisen kann, dass ihr euch am besten selbst ein Bild macht, indem ihr die Bildergalerien und / oder das Video auf der Homepage anschaut.

Darüber hinaus gibt es hier aber noch einen sehr persönlichen Erfahrungsbericht von mir:

Die beendet meine Stunde. Ich schnappe mir die Jacke und hetze zur Markthalle, um meinen Ochsenschwanz für das morgige Crowdfunding-Dinner abzuholen. Ich habe eigentlich gar nicht so wirklich Lust auf das ÜT, zumal meine Fleischbestellung dann auch noch nicht geliefert wurde und die gekauften Fische nicht grätenfrei sind. Ich hatte mir das alles einfacher vorgestellt. Auf den vielen Vorbereitungstreffen war es immer lustig und alles schien gut geplant, doch es kommt eben immer alles anders als geplant. Die letzten Wochen und vor allem Tage waren der reinste Stress. Eigentlich wollte ich mich nur im Vorfeld um die Beschaffung der Lebensmittel für den ÜT-Markt kümmern, die eigentliche Abwicklung wollten jedoch andere übernehmen. Jetzt sind die zwei Nasen für das Backoffice abgesprungen und ich bearbeite nach meinem vollen Arbeitstag noch Excellisten, führe Krisentelefonate mit Karo und versuche, alles bei den Erzeugern zu ermöglichen, die sich leider auch nicht an Absprachen halten. Ich bin einfach runter mit den Nerven, obwohl mir das letzte Wochenende doch wieder Lust gemacht hat. Da war ich auf dem Hof und habe gesehen, dass dort eine tolle Stimmung herrscht. Daheim habe ich das aber wieder vergessen. Gestern habe ich mit meiner Freundin bis spät in die Nacht einige Komponenten für das Dinner vorbereitet. Wenn ich gleich heimkommen sollte, würden die nächsten Komponenten vorbereitet werden, sodass auf dem ÜT so wenig als möglich gemacht werden muss. Einige Stunden später lade ich den Polo bis oben hin voll. Meine Freundin quetscht sich noch ins Auto und wir fahren los.
Immer noch habe ich wenig Lust, weil ich einfach nur überarbeitet bin. Doch einige Stunden später sollte sich das ins Gegenteil verkehren. Wir werden zunächst komisch angeschaut, als wir einmal quer über den Lagerplatz fahren, um unsere wertvolle Fracht auszuladen. Auch in der Hofküche fühle ich mich erstmal nicht willkommen, obwohl mir doch eigentlich zugesichert wurde, dass diese frei sei und die Lagermannschaft aus einer Lagerküche verpflegt werde. Ich bin von mir selbst überrascht, dass ich trotzdem die Contenance wahre. Unser Hof tut wie immer seinen Zauber, er beruhigt, man ist weg von allem. Außerdem gibt es auch Positives. Wir bekommen ohne Probleme einen Schlafplatz zugewiesen und können uns beruhigt ins bunte Treiben stürzen. Darin verlieren wir uns, bis mein Freund Marius eintrifft, der zugesagt hat, sich um die Getränke zu kümmern. Ihm kann ich nun diese fremde Welt zeigen und selbst meine Freundin , die sonst etwas skeptisch gegenüber bündischen Aktivitäten ist, wird von der Atmosphäre mitgerissen, die wir bis spät in die Nacht, teilweise mit den Kameraden in der Jurte und teilweise in den zahlreichen Pinten, genießen.
Am nächsten Morgen bereiten wir ein paar Dinge für das abendliche Dinner vor, stürzen uns jedoch vor allem ins Lagerleben. Wir erklimmen den Lagerturm und nehmen an der Kräuterwanderung teil, bei der einige Teilnehmer uns ihre gesammelten Kräuter für die Kräuterbutter zur Verfügung stellen, die es abends zum Brotgang gibt. Gegen Nachmittag beginnen wir mit dem Kochen und Dekorieren. Die Zeit vergeht dabei wie im Nu, denn wir arbeiten Hand in Hand und ich habe mich mittlerweile entspannt, konnte meinen Alltagsstress total vergessen. Pünktlich sind unsere Vorbereitungen abgeschlossen und gleich darauf stürmen auch schon 12 graue Reiter und wenige Neigschmeckte die Stube. Der schwäbische Gruß aus der Küche – Linsen mit Kürbisspätzle und Spinat-Käse-Spätzle – wird sofort mit dem Aperitif serviert, die Vorspeise – eine selbstgebeizte heimische Forelle mit Wurzelgemüsetatar und Rote-Bete-Saft – folgt sogleich. Auch Hauptgang – ein dekonstruierter Rostbraten – und Dessert – Rote-Bete-Schokokuchen mit Vanillesauce sowie einer Birnenvariation – werden rasch geschickt, obwohl der Herd zwischendurch merklich an die Grenzen seiner Belastbarkeit kommt, doch der Hof lässt uns wiederum nicht im Stich. Selbst wenn er das getan hätte, wären die grauen Reiter, die für ihre Trinkfestigkeit bekannt sind, zufrieden gewesen, denn sie machten ihrem Ruf alle Ehre und hatten am Ende des Abends nicht nur Essen vernichtet. So angeheitert übernahmen sie sogar einen Teil des Abwasches, sodass auch wir noch die letzten Tropfen der Alkoholvorräte ausschlürfen können, bevor wir uns in die Pinten begeben, jedoch bald müde ins Bett fallen müssen.
Die restlichen Tage kann ich nach getaner Arbeit vollends genießen. Ich nehme an einer Teeverkostung teil, gehe zum Gottesdienst und lasse mich einfach durch das Lager treiben, ohne noch allzu viel vom Programm mitzunehmen. Stattdessen halte ich mich viel in der Hortejurte auf und lasse mich von den Kameraden bekochen oder schleiche mich in den Saloon, um den anderen beim Arbeiten zuzuschauen. Umso näher die Abreise kam, umso mehr musste ich auch wieder an meinen Alltag denken. Wie gern wäre ich noch ein bisschen beim Abbau dabei, doch im Referendariat ist das nicht möglich, sodass ich bereits am Abreisetag mit unserem Bundesführer abdüsen muss, um abends schon wieder Unterricht vorzubereiten. Das geht jedoch dann überraschend schnell, denn ich bin zwar körperlich hundemüde, geistig hat diese Auszeit vom Alltag mich jedoch wieder erfrischt. Schee ischs gsie!“

Autor: quak

Es nimmt Form an – Das letzte ÜT-Vorbereitungstreffen auf dem Allenspacher Hof vom 14.-16. Juli 2017

Ich steige mit meinem riesigen Rucksack aus der U-Bahn aus und kämpfe mich damit durch die Menschenmassen am Hauptbahnhof, in meinem Kopf klingen dabei schon die Lieder, die ich am Wochenende endlich wieder hören werde. Ich bin auf dem Weg zu den Fernzuggleisen. Alex und ich waren uns schnell einig. Wir reisen entspannt zum ÜT-Vorbereitungstreffen an, indem wir mit dem Zug nach Spaichingen fahren und dann den schönen Weg gehen, von dem wir hoffen, dass ihn auch Ende September viele zu Fuß bewältigen, um zum ÜT anzureisen. In meinem Rucksack stoßen die zwei Bierflaschen aneinander, die ich für das Vesper eingepackt habe, das wir oben auf dem Dreifaltigkeitsberg mit herrlichem Ausblick genießen wollen.

Schon sehe ich Schasdela am Bahnsteig stehen. Sie hat – mein Glück – nicht nur die verräterische Klufthose an, die ein erster Hinweis auf einen bündischen Hintergrund ist, sondern trägt auch schon ihr Tuch, das sie untrüglich als Pfadfinderin zu erkennen gibt. Ich hatte zuvor etwas Angst, dass ich sie nicht mehr erkennen würde, weil ich sie erst beim vorletzten Treffen auf Martinfeld kennengelernt und dort mit ihr an einem Abend geredet habe. Das lag jedoch schon ewig zurück. Beim letzten Treffen konnte ich leider nicht anwesend sein, weil ich im Prüfungsstress steckte, doch jetzt sind die Ferien in Sicht und ich entspannt. So entspannt kann ich auch gleich mit ihr palavern, sodass sich auch meine zweite Angst – ja, ich bin ein ängstlicher Mensch –  nicht bestätigt, dass wir uns nichts zu sagen hätten bis Alex, der neben dem ÜT unsere eigentliche Verbindung war, zusteigen sollte. Zwischen Bündischen gibt es einfach immer sofort mehr Berührungspunkte als zu der Mehrheit der Menschen aus der ‚normalen‘ Welt. Irgendwann steigt Alex dann aber natürlich doch zu und ich bin froh, ihn einmal außerhalb des Seminars für Lehrerbildung zu sehen. Auch er ist so entspannt wie seit Wochen nicht mehr, obwohl klar ist, dass wir nach diesem Wochenende wieder mehr Arbeit haben werden, weil in den Besprechungen der Arbeitskreise aufgedeckt werden wird, was noch alles zu erledigen ist bis zum Herbst.

Doch daran denken wir noch nicht, sondern wir verbringen eine kurzweilige Fahrt und steigen schließlich fröhlich in Spaichingen aus. Dort treffen wir auf weitere Gleichgesinnte, die sich jedoch mit dem Auto am Bahnhof abholen lassen, weil sie viel Gepäck für ihre anschließende Fahrt dabei haben. So wandern wir alleine den Berg hoch und merken dabei, dass wir nicht nur viel zu lange nicht auf Fahrt waren, sondern uns viel zu wenig bewegt haben, weil uns der Berg wirklich mehr außer Puste bringt als er sollte. In Norwegen und Russland sah das vor einigen Jahren noch anders aus. Doch bald sind wir oben und genießen wie geplant das Vesper, wobei Bewegung – und vielleicht auch Bier – unsere Stimmung nochmals heben. Die letzten paar Kilometer zum Hof sind dann nach dieser Stärkung nur noch ein Klacks.

Als wir schließlich vom Schäfertal kommend den Hof schon sehen, hören wir auch die ersten Stimmen. Es ist schon so dunkel, dass wir nahe an die Anwesenden herantreten müssen, um sie zu erkennen, doch selbst dann erkenne ich viele Gesichter nicht. Es sind Bündische aus ganz Deutschland gekommen und im Laufe des Wochenendes werden wir fast 100 Menschen. Nachdem die Freunde begrüßt sind und eine kurze Sitzung im Verein abgehalten ist, beginnt zu später Stunde dann aber doch noch im Rittersaal eine traditionelle, krachende Singerunde a la Zugvogel und die Zeit verfliegt, bis ich mich einen Platz zum Schlafen suche, der strategisch nicht allzu klug gewählt ist, weil ich am nächsten Morgen schnell gefunden und geweckt werde und das nicht, um beim Abladen der ca. 1000 Kohtenstangen zu helfen, die an diesem Wochenende geliefert werden. Es steht vielmehr schon die erste lange Sitzung im Plenum an, in der alle auf den neuesten Stand gebracht werden. Danach werden in den Arbeitskreisen Nägel mit Köpfen gemacht und diese zum Rauchen aufgrund der verbleibenden Probleme gebracht.

Letztendlich gehe ich wie erwartet von der fantastischen Stimmung beseelt mit einigen Aufgaben nach Hause, doch zunächst werde ich schlafen müssen, weil neben der Arbeit auch viel gesungen und vor allem wenig geschlafen wird. Doch so sind diese Wochenenden: Intensiv in jeder Hinsicht, denn nach der Arbeit muss auch mit diesen vortrefflichen Menschen gefeiert werden. Und so wird auch das ÜT werden.

Autor: quak

Es werkelt überall – Baulager und ÜT-Vorbereitung vom 14. – 18. Juni 2017

In diesem Jahr wurde statt dem Bundesfest, das aufgrund des ÜTs in diesem Jahr nicht zum üblichen Termin stattfinden kann, vom 14.-18. Juni ein großes Baulager angesetzt, auf dem außerdem die Vorbereitung unseres Programms auf dem ÜT vorangetrieben werden sollte.


Es kamen zwar nicht so viele Kameraden wie erhofft, aber die zwischen 15 und 20, die anwesend waren, packten so kräftig an, dass es schien, es seien noch deutlich mehr da. Wir haben also einiges geschafft.

Es wurden nicht nur die umliegenden Wiesen gemäht (und dabei unseren Autos zeitweilig ein neues Muster gegeben), sondern  im Rahmen der Brandschutzverordnung einige Maßnahmen durchgeführt, um die Vorschriften einzuhalten. So haben wir am ersten Tag das Styropor von der Decke des Rittersaals gekratzt, am zweiten Tag wurde dann ein Fenster des Rittersaals aus der Wand gehauen und das Loch vergrößert, damit eine Tür als Notausgang geschaffen werden konnte.

Da schütze bereits diese Tür besorgt hatte, konnte auch gleich am dritten Tag diese mit Hilfe von einigem Beton eingesetzt. Stripper ging seiner Profession nach und befestigte die letzten Leuchten, die für eine Evakuierung notwendig sind. Währenddessen unterzogen die übrigen Kameraden den Hof einer Grundreinigung, sodass er nun wieder strahlt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Dabei wurde der Speicher komplett ausgeräumt und geputzt und auch der Rittersaal und das Sibirienzimmer erstrahlen nun in nie dagewesenem Glanz.

Währenddessen lief auch die Vorbereitung des Programms für das ÜT auf Hochtouren. Elch und günne planten die Ausstellung zur Hofgestaltung, jarly machte sich Gedanken zum geplanten ökumenischen Gottesdienst und voke und cheche planten während des ganzen Aufenthalts unermüdlich die Geocaches, die sie dann bis früh in den Morgen auch auslegten, sodass die Kameraden diese in einer lustigen Aktion gleich ausprobieren konnten.
Dabei kam natürlich auch das leibliche Wohl und der Spass nicht zu kurz, der sich nicht nur während des gemeinsamen Arbeitens einstellte, sondern vor allem beim gesprächigen Zusammensitzen bis spät in die Nacht.

Autor: quak

Horte reloaded

 

Neustart – obwohl es gefühlt erst gestern war, als unser Webauftritt neu gestaltet  wurde sind doch wieder einige Jahre ins Land gezogen und die Homepage wurde inhaltlich nicht so aktualisiert, wie es unser aktives Bundesleben notwendig gemacht hätte.

Die Folge: ein Neustart – in vielerlei Hinsicht. Zum einen wurde das Administratoren Team erweitert, so das nicht nur ein Kamerad die Homepage aktualisiert. Außerdem werden die Admins nicht mehr ausschließlich dafür zuständig sein Berichte zu veröffentlichen, sondern dies werden künftig mehrere Kameraden machen, um so regelmäßig Blogartikel zu veröffentlichen. Denn zu berichten gäbe es genug. Sei es die Planungen zum ÜT2017 , das Ende September rund um unser Bundeszentrum stattfinden wird, unser Bundesfest oder vor zwei Wochen unser Hortelager und diverse Baumaßnahmen am Allenspacher Hof.

Außerdem gibt es eine horteeigene Cloud, in der künftig nicht nur einfach Fahrtenbilder getauscht werden können, sondern auch der Hofbelegungskalender oder die Kontaktdaten der Kameraden sind als Adressbuch verwendbar.

Wer für unsere Nextcloud noch einen Account benötigt, kann sich an cheche[ät]ejhorte.de beziehungsweise tschani[ät]ejhorte.de wenden.

zTb

Das Admin-Team

CheChe & tschani

 

Norge 09 – zwei Wochen im August

Wenn ich in den letzten Tagen des alten Jahres darüber nachdenke, was ich über die Fahrt nach Norwegen für den Rundbrief schreiben kann, stoße ich unweigerlich auf Schwierigkeiten. Wo soll ich mit meiner Erzählung anfangen?

Bei der Einladung von Faschi an alle Kameraden, ihn in seiner neuen Heimat zu besuchen? Bei der ersten Idee, aus dieser Einladung eine Bundesfahrt für jung und alt werden zu lassen, die, weitergesponnen, eine Wander-, eine Wohnmobil- und eine Motorradgruppe entstehen ließ? Beim Vorbereitungstreffen im Weissacher Backhäusle oder bei Joze in Berghausen? Ganz sicher nicht erst, als wir Motorradfahrer uns bei brütender Hitze auf der Raststätte Riedener Wald an der A7 getroffen haben. Überhaupt: von wem oder was erzähle ich, was lasse ich weg? Schreibe ich von der Landschaft, die wir viel zu schnell durchquerten, oder von den Menschen, die wir unterwegs getroffen haben? Ich will versuchen, einen Eindruck von dem zu vermitteln, was diese Norwegen-Fahrt hinterlassen hat, an was ich mich erinnere, wenn ich an diese Tour zurückdenke.

Zum einen ist das eine große Gastfreundschaft, die wir erlebt haben. Angefangen bei Lü, den wir nach der ersten langen Strecke erreicht haben und bei dem auch Jofri spätabends noch vorbeikam. In Südschweden haben wir kurz entschlossen Koschis Bruder überfallen, um für eine Nacht hinter dessen Ferienhaus das Lager aufzuschlagen. Vielen Dank nochmals dafür! Dann die Übernachtung bei Helga Knitter. Unterwegs hat uns die Auswandererin aus Magdeburg angesprochen, über woher und wohin haben wir palavert, bis spät in die Nacht hat uns ihr Schwiegersohn mit Räuberpistolen aus der Zeit der deutsch-deutschen Teilung unterhalten.

Schon nördlich des Polarkreises, als die Fahrt immer ungemütlicher wurde, haben wir eine wunderbare Frau getroffen, die uns für eine Nacht das Clubheim des örtlichen Motorradclubs zur Verfügung gestellt hat. Schließlich war sie die Vorsitzende des 180 Mitglieder umfassenden Vereins. Das muss man sich mal vorstellen! Ein Gebäude doppelt so groß wie der Allenspacher Hof einfach vier wildfremden Jungs zu überlassen, denen man zufällig beim einkaufen über den Weg gelaufen ist! Der Höhepunkt war natürlich das Treffen mit den Kameraden in Harstad. Faschi hatte alles bestens organisiert und von Astrid und Uwe auf der Insel Rolla wurden wir sehr herzlich aufgenommen und versorgt.

Aber was wäre ein Reisebericht, ohne wenigstens zu versuchen, die Landschaft zu beschreiben, die man gesehen hat, die man gespürt und gerochen hat. In Deutschland war es noch heiß, als wir nach wenigen Kilometern wegen einer Panne zur ersten Pause gezwungen wurden und zwei Stunden in praller Sonne warten mussten, bis die Reparatur geglückt war. Von Kopenhagen sind wir über die neue Öresundbrücke nach Malmö gefahren und wurden fast vom Wind hinuntergeweht. Schweden war landschaftlich wie das Bilderbuch, das man sich vorstellt, mit bunten Häuschen und weiten Wäldern, vor allem je weiter man nach Norden fährt. Unter anderem auf Schotterpisten, auf denen uns der Regen und die Kälte einholte. Über die Grenze nach Norwegen hat dann einer umgeschaltet: von weiten Hügeln und Seen auf enge Fjorde mit steilen Ufern und kurvigen Straßen. Es war jetzt wieder sonniger aber immer noch ziemlich frisch. Was uns nicht davon abhielt mit den Kameraden auf Rolla bis spät abends am Feuer zu sitzen, schließlich war es auch um halb zwölf noch hell.

Wieder auf dem Weg nach Süden fuhren wir an langen Fjorden entlang, aber auch über weite karge Hochebenen, wo einem auf 1400m schon mal ein Gletscher begegnet. Einer der landschaftlichen Höhepunkte war Ofredal, ein altes verlassenes Sägewerk mit einigen Holzhäusern, zu denen man nur gelangt über einen unbeleuchteten, 2km langen Tunnel mit konstant 18% Steigung und glitschigem Straßenbelag. Hier verbrachten wir eine Nacht direkt am Wasser des Sognefjords. Und selbst hier, am vermeintlich letzten und schönsten Fleckchen Norwegens tauchen am anderen Morgen zwei Ureinwohner auf, die es überhaupt nicht störte, dass wir uns dort breit gemacht hatten. Undenkbar auf der Schwäbischen Alb!

Zuhause angekommen war die Fahrt noch lange nicht vorbei. Mensch und Maschine mussten wieder auf Vordermann gebracht werden, die Eindrücke, die man auf vielen hundert Bildern einzufangen versuchte wollten sortiert und aufbereitet werden. Für’s Bundesfest und für das Nachtreffen, bei dem an einem nebligen Novemberwochenende die Erinnerungen aufgefrischt wurden. Und neue Pläne wurden natürlich auch geschmiedet. 2011 durchs wilde Kurdistan?